Tag 1 : Montag, der 18. Juni 2012

MontagMorgens  ca. 9:20: Ich steige aus der überfüllten S-Bahn an der Galluswarte. Ich bin zu spät und verlaufe mich auch noch. Passend zum Thema „Migration“ fühle ich mich orientierungslos und etwas fremd, eben verpeilt wie immer. Wie gut, dass es andere hilfsbereite Menschen gibt, die Soziale Arbeit studieren und mir den Weg per SMS erklären können. Ich fahre mit der Straßenbahn und steige am Ordnungsamt aus. Die Menschenschlange bei der Ausländerbehörde reicht bis auf die Straße hinaus- ein erschreckendes Bild. Was wollen die da? Brauchen die alle Hilfe? Sind sie hier willkommen oder müssen sie um ihren Platz hier kämpfen, um nicht wieder gehen zu müssen?

Ich komme im Galluszentrum in der Krifteler Straße an und stelle fest: Das Frühstück scheint schon gelaufen zu sein, aber Essen gibt es noch.  Ein wenig Gewusel, mehrere Menschen begegnen mir, ich kann noch nicht einordnen: Sind sie beschäftigt oder nicht? Wie so oft  frage ich mich: Was mache ich jetzt- wie fange ich an? Die Filmleute aus der Dokugruppe laden mich ein, sie zu begleiten. Wir laufen also gemeinsam die verschiedenen Civic-Memory-Stationen ab und besuchen die einzelnen Projektgruppen, um diese zu fragen, was sie so machen, was sie so vor haben in dieser Woche und in welcher Form sie ihr Ergebnis präsentieren möchten.

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Tag 5: Freitag, der 22. Juni 2012

FreitagIn der Nacht schlafe ich sehr unruhig. Ich habe einen Albtraum von einem weißblonden Mädchen mit strengem, aalglatten Topfschnitt. Sie ist etwa 15 Jahre alt, hat ein bitterböses Gesicht und schreit mich an. Sie hat eine ekelhaft verzerrte Stimme, die völlig künstlich klingt. Sie hält ein Messer in der Hand und behauptet, sie habe Migrationshintergrund. Dann schreit sie mir ins Ohr und will mich umbringen (keine Ahnung warum). Ich habe Angst und wache schweißgebadet auf. Lieber Sigmund Freud, was hat das zu bedeuten? Heute morgen bin ich völlig gerädert, die Sonne lacht mir dennoch entgegen.  Der letzte Tag der Projektwoche ist angebrochen und ich bin schon wieder zu spät dran. Mal wieder verzögert sich die Abfahrt des Zuges „um wenige Minuten“. Am Hauptbahnhof sind nur Langsamlatscher und Im-Weg-Rumsteher unterwegs, die sich mit 0,01 Stundenkilometern fort bewegen.  Ich steige am Ordnungsamt aus und heute ist in der Ausländerbehörde deutlich weniger los. Alles wirkt friedlich.

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Videodokumentation

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